Wofür wir uns schämen.

Ein Roman über Bleistifte, Beziehungen und die Befreiung. Die Befreiung von der Angst, die Befreiung von der Vergangenheit und die Befreiung von Geschlechterrollen.

Mein neuer Roman im Liesmich Verlag.

Ich lächle mein halbes Leben. Schon der erste Satz meines neuen Romans “Wofür wir uns schämen” kennzeichnet das Grundgefühl von Gregor, der im Büro über wahre Freundschaft nachdenkt. Die letzte große Freundschaft liegt weit zurück in der Kindheit. Es ist die Freundschaft des Jungen Gregor zu einem Mädchen. Was hat sich seither verändert? Was in Gregors Leben verwandelte bloß den Beziehungsreichtum der Kindheit in die Ordnung des Erwachsenen, in die weltweiten Beziehungen unter Kollegen, in die Beziehung zwischen Mann und Frau?

“Der Roman ist eine Geschichte der Hoffnung für alle, die mal mit sich und der Welt gehadert haben. Die Charaktere sind sympathische Alltagshelden.”

Leipziger Volkszeitung

Die Ehe ist gescheitert. Die Freunde leben über die Welt verstreut. Gregor könnte von vorn anfangen, jedoch am Gelingen einer neuen Beziehung zweifelt er. Freundschaft? Liebe? In diese Situation tritt die Kollegin Marie. Sie lädt Gregor zu einem gemeinsamen Abend im Bang Bang ein. Die unzweideutige Einladung an den Mann weckt im Jungen den Wunsch nach Berührung.

Tomas Blum

Wofür wir uns schämen ist die Geschichte einer Beziehung. Mir geht es in meinem Roman um die Beziehungslosigkeit in der modernen Welt und um die große Frage, wie wir überhaupt noch in Beziehung treten: wie wir lieben können. Die Liebe erweist sich als die Befreiung nicht nur aus der Opferrolle, in die Marie und Gregor als Kinder geraten sind, sondern auch aus den Rollen, die typischerweise für Männer und Frauen vorgesehen sind. Gregor und Marie wollen keine Rolle mehr spielen. Denn der Mensch ist nicht geboren, um Mann oder Frau zu sein, sondern um lebendig zu sein, um die Welt zu erfahren, um teilzuhaben, um zu erleben.

“Sie raucht auf dem Balkon. Sie raucht ganz anders als ich je geraucht habe und rauchen würde. Ich verschlinge den Rauch. Hastig, abrupt. Ich will, dass er von innen gegen mich stößt; dass die dunkle Materie mich berührt, mir sagt, ich bin da, auch meine Innenseite, sie existiert, nicht nur auf Röntgenaufnahmen oder vor endoskopischen Kameras, nein, ich will sie fühlen, und das gelingt nicht. Die Kollegin zeichnet mit dem Rauch in der Luft. Sie nimmt ihn nur auf, um ihn abzugeben. Ihr Rauchen ist das Echolot, mit dem sie die Welt sichtbar macht. Ich bin verliebt in sie. Und ich schäme mich dafür. Denn ich bin ein Inhalator. Sie ist das Gegenteil von mir.”

Tomas Blum, “Wofür wir uns schämen”

Noch drei Tage bis zur fristlosen Kündigung.

Gregor arbeitet als Projektleiter in einer Compliance-Agentur. Im aktuellen Projekt für die Bundespolizei setzt er eine Kampagne um mit dem Thema: Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich Zeuge eines Verbrechens werde? Als die Kollegin an ihm Interesse signalisiert, erkennt er in ihr das Mädchen von damals: Sie war das Opfer eines Verbrechens. Gregors Vater, der Arzt, verbot ihm damals, darüber zu sprechen – nachdem sie das bewusstlose Mädchen dem sicheren Tod entrissen. Aus Marie ist inzwischen die Kollegin geworden. Und Marie verändert alles. Wird auch sie in ihm den Jungen von damals wiedererkennen?

Düstere Erinnerungen und grelle Zweifel.

Und wer ist Marie? Durch Maries Initiative wird Gregor kalt erwischt. Doch in meiner Geschichte entdeckt er, dass er nicht das einzige Kind in der Hülle eines Erwachsenen ist. Und was ist das für eine Geschichte? Da wurde in der Kindheit ein Ball geworfen, und dieser Ball fällt noch. Weder für Marie noch für Gregor ist dieser Fall abgeschlossen.

Der Roman erscheint am 2. Oktober 2019 im Liesmich Verlag. Liesmich ist ein 2013 gegründeter, unabhängiger Verlag aus Leipzig mit belletristischem Schwerpunkt. Das Buch wird erhältlich sein im Buchhandel oder auch als E-Book und Audiobook. Außerdem kannst Du es ab Oktober auch direkt beim Liesmich Verlag bestellen.