Die Utopie der Gegenwart

Wir müssten wieder Gefallen finden an der Unwägbarkeit. Wer sich traut, wer auch auf unsicherem Boden die Chancen erblickt, erlebt Teilnahme nicht als die Aneignung der vorn Einverleibenden und hinten Ausscheidenden, sondern als Utopie einer lebendigen Gegenwart. Ansprechen und Ansprechen lassen. Sein ist Ansprechbarsein.

An kaum einer Erzählung jedoch finden die Teilnehmenden unserer Zeit mehr Lustgewinn als an der Dystopie.

Panel 1

Aliens, die uns lieben

Um den Dialog ist es schlecht bestellt. Ein Zwiegespräch kommt zwischen Faktensammlern kaum noch zustande, weil sie sich Bälle zuwerfen, die immer zum Spiel gehören. So sagen wir aus eigenen Stücken nur noch das, was uns zugeworfen wurde. So tun wir bald aus eigenen Stücken das, was von uns erwartet wird. Wir begeben uns selbst in den Rahmen, innerhalb dessen wir funktionieren und darin unser persönliches Wachstum und das Wachstum unserer Kinder organisieren. Unser Verständnis des Zwiegesprächs verkommt auf diese Weise bestenfalls zu einer diffusen Vorstellung von Coaching zum Zwecke der Optimierung. Der Gipfel ist erklommen, wenn wir von Frustrierten zu Funktionierenden werden. Lieber stopfen wir Psychopharmaka in die Hälse unserer Kinder als nach den in uns selbst liegenden Ursachen für ihre Normabweichungen zu forschen oder die Normen selbst zu hinterfragen.

Panel 2

Die Schokolade der Erinnerung

Foto von Kaboompics .com von Pexels

Gregor und Marie stolpern auf dem Weg in den Swinger-Club über die eigene Vergangenheit … Das Kennenlernen birgt Risiken. „Wie kann ich in einer beziehungslosen Zeit eine ehrliche Verbindung riskieren?“ Wie können Verliebte in Beziehung treten, ohne sich zu verstellen? Was hält sie bloß davon ab, zu lieben? Hinter der Suche nach der Liebesbeziehung tritt eine viel größere Sehnsucht hervor. Es ist die Suche nach dem Glück. Marie und Gregor verbindet eine tiefe Sehnsucht: Sie wollen keine Rolle(n) mehr spielen. Sie suchen das Exotische. Was sie suchen, ist das, was Martin Buber im Titel seines Werkes herauskondensiert als: „Ich und Du“.

„‚Wofür wir uns schämen‘ ist ein psychologisch raffinierter Roman, der sich auch als Generationenportrait lesen lässt. Er zeichnet das lebendige Bild einer Generation, die (…) mit dem Sinn des eigenen Handelns ringt. (…) Diese Rastlosigkeit setzt der Roman auf beeindruckende Weise in Szene.“

Tino Dallmann, MDR Kultur

Der Roman „Wofür wir uns schämen“ zeichnet unter dem Vergrößerungsglas eine Persönlichkeitsentwicklung. Wir sind alle frei und lassen uns durch nichts beschämen? Dieser Irrtum unserer Zeit wird genährt durch ausgeklügeltes Marketing, das viele Gesichter trägt.

„Und was Tomas Blum mit dieser Erzählweise gelingt, ist im Grunde das, worum es die ganze Zeit geht: Wieder ein Gespür dafür zu bekommen, was Lebendigsein wirklich ist.“

Leipziger Internet Zeitung
Panel 3

Tomas Blum

Ich beschäftige mich literarisch mit der Frage, wie wir richtig handeln können, obwohl die Sicht auf unsere Handlungsräume nicht so klar ist. In meinen Romanen und Stücken bewähren sich die Hauptfiguren durch ihr Vertrauen, obwohl ihre Umgebung nicht vertrauenswürdig ist: Sie lernen zu lieben. Wo liegen die Grenzen unserer Einfühlung? Worauf können wir uns verlassen, wenn die Worte vertuschen und vortäuschen.

Lisa-Maria Damm in „Eine europäische Dame“ (2018)

Schreiben gehört für mich zu den lebenswichtigen Beschäftigungen. Weniges nimmt für mich einen so hohen Stellenwert ein. Ich gebe gern zu, dass ich tatkräftige Unterstützung bekomme. Die Behauptung, meine besten Ideen stammen in Wahrheit von Autorenhündin Yella, werde ich an dieser Stelle weder bestätigen noch dementieren. Doch die bald fünfjährige Hündin ist ohne Zweifel eine Quelle der Inspiration, und sie nimmt mich jeden Tag mit in die Wälder und über die Felder, um mich in der Natur zu erden.

Yella vor dem Sturm. Wir haben es gerade noch trockenen Fußes nach Hause geschafft.

Hauptberuflich war ich 20 Jahre lang als Autor und Ghostwriter in Wirtschaft und Politik tätig. Ein Jahr lang lebte ich in Nordirland (und leide seither unter Heimweh). Durch einen Unfall besann ich mich wieder auf das literarische Schreiben. Das Stück „Der Kuss“ wurde auf der Studiobühne der Reduta Berlin uraufgeführt. 2018 folgte dort die szenische Lesung „Eine europäische Dame“ mit Matteo Forni und Lisa-Maria Damm.

Unter Leitung von Burkhard Spinnen und Katja Lange-Müller war ich Teilnehmer an der Autorenwerkstatt Prosa im Literarischen Colloquium Berlin. Der Saarländische Rundfunk produzierte mein Hörspiel „Kriechströme“ mit Werner Wölbern in der Hauptrolle.

Panel 4

Impressum

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Kontakt: Tomas Blum c/o Bernd Pohlmann, Pottensteiner Weg 29a, 14089 Berlin.

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DER KUSS: Foto-Credits für die einzelnen KünstlerInnen. Die FotografInnen sind: Nadja Schimonsky: Hannes Caspar – Mareike Bensel: Lucas Adrian – Fabrice Riese: Joachim Gern – Daria Bak: Hans-Jürgen Hannemann – Maximilian Wrede: himself – Jennifer Demmel: Joachim Gern – Benjamin Ahlmeyer: Jan Meyer – Jens Bache: Gerlind Klemens – Tamara Losert: Hannes Caspar – Andreas Klinger: himself – Astrid Köhler: Urban Ruths – Tomas Blum: Krystian Kolbe

Fotos (außer „Der Kuss“): Tomas Blum

Konzeption & Texte: Tomas Blum