Das Glück findet, wer ansprechbar ist.

„Wofür wir uns schämen“ ist ein Roman über Bleistifte, Beziehungen und die Befreiung. Die Befreiung von der Angst, die Befreiung von der Vergangenheit und die Befreiung von den ausgetretenen Pfaden.

„Ich lächle mein halbes Leben.“ Schon der erste Satz meines Romans kennzeichnet das Grundgefühl von Gregor, der über wahre Freundschaft nachdenkt. Die letzte große Freundschaft liegt weit zurück in der Kindheit. Es ist die Freundschaft des Jungen Gregor zu einem Mädchen. Was hat sich seither verändert? Was in Gregors Leben verwandelte bloß den Beziehungsreichtum der Kindheit in die Ordnung des Erwachsenen, in die weltweiten Beziehungen unter Kollegen, in die Beziehung zwischen Mann und Frau?

„Und was Tomas Blum mit dieser Erzählweise gelingt, ist im Grunde das, worum es die ganze Zeit geht: Wieder ein Gespür dafür zu bekommen, was Lebendigsein wirklich ist.“

Leipziger Internet Zeitung
Buchtrailer mit Nadja Schimonsky und Maximilian Wrede

Die Ehe ist gescheitert. Die Freunde leben über die Welt verstreut. Gregor könnte von vorn anfangen, jedoch am Gelingen einer neuen Beziehung zweifelt er. Freundschaft? Liebe? In diese Situation tritt die Kollegin Marie. Die Einladung an den Mann weckt im Jungen den Wunsch nach Berührung.

Wofür wir uns schämen ist die Geschichte einer Beziehung. Mir geht es um die Beziehungslosigkeit in der modernen Welt und um die große Frage, wie wir überhaupt noch in Beziehung treten: wie wir lieben können. Die Liebe erweist sich als die Befreiung nicht nur aus der Opferrolle, in die Marie und Gregor als Kinder geraten sind, sondern auch aus den Rollen, die typischerweise für Männer und Frauen vorgesehen sind. Gregor und Marie wollen keine Rolle mehr spielen.

„Dieser Roman ist sprachlich so präzise, seine Formulierungen so lebendig. Und er hinterlässt ein eindrucksvolles Statement: Gefühle sind der Motor unseres Lebens.“

Bücherblog Das Lese Wesen

Noch drei Tage bis zur fristlosen Kündigung.

Gregor arbeitet als Projektleiter in einer Compliance-Agentur. Als die Kollegin an ihm Interesse signalisiert, erkennt er in ihr das Mädchen von damals: Sie war das Opfer eines Verbrechens. Gregors Vater, der Arzt, verbot ihm damals, darüber zu sprechen – nachdem sie das bewusstlose Mädchen dem sicheren Tod entrissen. Aus Marie ist inzwischen die Kollegin geworden. Und Marie verändert alles. Wird auch sie in ihm den Jungen von damals wiedererkennen?

Und wer ist Marie? Durch Maries Initiative wird Gregor kalt erwischt. Doch in meiner Geschichte entdeckt er, dass er nicht das einzige Kind in der Hülle eines Erwachsenen ist. Und was ist das für eine Geschichte? Da wurde in der Kindheit ein Ball geworfen, und dieser Ball fällt noch. Weder für Marie noch für Gregor ist dieser Fall abgeschlossen.

Erste Lesung 2021 für das Klinikum St. Georg in Leipzig