Hier

(Nézignan l‘Évêque)

Die Bäume gehören nicht mir und nicht die Sträucher, in denen die Zikaden singen. Nicht der blaue Himmel, mit dem die Falken spielen, die ich im Anflug mit den Wildtauben verwechsele. Ich sitze hier auf der steinernen Terrasse und warte auf den Moment, um den Augenblick zu teilen, und während ich warte, beschäftigt mich die Handykamera.

All das gehört nicht mir, wie die Fotos, die ich in die Welt sende um zu sagen, ich bin hier. Ich wünsche mir die Freunde aus der Studienzeit hierher, aus den Tagen, als wir sinnlos und ernsthaft wie nie philosophierten und im Weinsatz der Morgenstunden die Welt lasen und rauchten und rauchten, weil es die großen Dichter auch taten auf den grauen Fotografien in den Büchern.

Ich wünschte, sie wären hier, damit wir gemeinsam Worte wechseln, die kein Redakteur, kein Arzt, kein Anwalt sprechen würden, weil das Leben sie dazu gemacht hat.

So hört den Zikaden zu und seht den blauen Himmel. Den Falken, der auf der Stelle fliegt, wenn er unten im Garten einen lebendigen Fleck erspäht. Vielleicht fange ich den Falken ein oder den Wind oder den Gesang eines anderen Vogels, den ich nicht mal zu nennen weiß. Dreht die Lautstärke hoch und hört zu. Ihr seid nicht hier.