Matthis Andres ist ein Helfer. Seine Hilfsbereitschaft reicht so weit, dass er die Verantwortung für einen abgebrochenen Finger übernimmt. Und dieser Finger macht ihn verdächtig, den Matthis Andres, der schon seit Jahren tötet, um doch bloß zu helfen — und der sich mit dem Tagebuch über sein 99. Opfer selbst verrät.

Pflege als Sinnbild für gesellschaftliche Fragen
Der neue Kriminalroman ist Tomas Blums zweiter Roman. „Okrob 99 – Tagebuch eines Täters“ nutzt die Pflege als Sinnbild für den Umgang der Menschheit mit sich selbst und mit der aktuellen Demokratiekrise. Der Protagonist, Matthis Andres, ist ein Pfleger, der glaubt, dass er stets das Beste für die Menschen tut, die er betreut. Dabei überschreitet er die Grenze zwischen Hilfe und Zerstörung. Tomas Blum selbst hat während seines Studiums vier Jahre lang in der Pflege gearbeitet und diese Erfahrungen tief in die Erzählung integriert.
„Ich fürchte mich davor, die Menschen könnten mich anschauen. Vielleicht würden sie es dann entdecken. Wie ratlos ich bin. Manchmal denke ich, ich habe Angst vor dem Tag, weil ich nicht weiß, was mir Spaß macht. Und wenn ich es weiß, dann habe ich Angst davor, es einfach zu tun. Nur beim Helfen habe ich keine Angst. Ich tue es einfach. Ich bin ein Helfer.“
Das Buch ist voller literarischer Anspielungen und eine Auseinandersetzung mit der Vereinzelung am Beispiel der Transformation von Gregor Samsa zum Käfer: Die Verbindung zu Kafka wird nicht nur in den philosophischen Überlegungen des Protagonisten deutlich, sondern auch durch wiederkehrende Motive und Anspielungen auf Kafkas Werk.
Verlag Edition Überland
edition überland ist ein unabhängiger Leipziger Verlag mit einem belletristischen Programm und Sachbüchern zu ausgewählten Themen: von der Erzählung über den Roman, von Autofiktion und Feuilleton bis zum klassischen Sachbuch.
Okrob 99 – Tagebuch eines Täters, Kriminalroman
ISBN 978-3-948049-26-3
www.editionueberland.de
Infos für Buchhändlerinnen
Tomas Blum über Okrob 99
„Ich wollte mit ‚Okrob 99‘ eine spannende und mitunter absurd komische Geschichte erzählen, die bewusst die Unterscheidung zwischen Gut und Böse verwischt“, erklärt Tomas Blum. „Meine eigenen Erfahrungen in der Pflege haben mir dabei geholfen: Denn wo fängt Hilfe eigentlich an und wo hört sie auf?“

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